Die Arbeitsbrigade 2010 ist soeben vom Ein el-Hilweh Lager zurückgekehrt

Am Abend des 22. Juli startete die Italienische Brigade aus Rom.

Am Morgen des 23. kamen sie am Beiruter Flughafen an, wo sie von unseren Freunden vom Verein Nashet herzlich empfangen wurden. Gemeinsam fuhren sie nach Saida und dann in das Ein el-Hilweh Lager. Nächsten Tag sind noch die aus Österreich und Deutschland kommenden Freiwilligen eingetroffen.

Die Delegation wird für den 6. August zurück erwartet.

Sie können auch einen Blick auf den Bericht und alle gesendeten Nachrichten von unseren Freiwilligen auf dem Sumud Blog werfen und alle Bilder der Brigade auf Sumud PhotoGallery ansehen.

 

Leila Kaled

 

Im ersten Bericht über die Ankunft der TeilnehmerInnen aus Rom geht es um die Einreise in das Flüchtlingslager, erste Aktivitäten und Treffen mit Palästinensern..

Erster Bericht aus Ein el-Hilweh (25.07.2010)

Hallo, ich hoffe es geht euch so gut wie uns. Leider ist es nicht leicht Nachrichten aus dem „Sumud Zentrum“ zu schicken, da die Internet-Verbindung schlecht ist und der Mann, der den Provider betreute verhaftet wurde. Wir hoffen, dass die Probleme bald gelöst sind und unsere Freunde von Nashet zu einem anderen Provider, der hier in Ein eine Verbindung anbietet wechseln können.

Abgesehen von diesem Problem verlaufen unsere Tage nach Plan. Wir sind erst vor drei Tagen angekommen und wurden sehr gut aufgenommen.

Am 22.7. sind wir früh morgens von Rom aufgebrochen. Gegen 4:00 Früh kamen wir in Beirut an. Dort wurden wir von unseren Freunden von Nashet abgeholt und nach Saida begleitet.

Wir fürchteten nicht nach Ein einreisen zu können, da die Libanesische Behörde bei der Kontrolle unserer Pässe auf Probleme hinwies, obwohl wir ihnen Kopien unserer Pässe bereits vor einem Monat zugesandt hatten. Zafer (Nashet) führte uns ins Büro der nasseristischen Volksbewegung, um mit Osama Saad zu sprechen, dem Leiter der Bewegung, da er hoffte dieser könnte für uns intervenieren und die Überprüfung der Dokumente beschleunigen. Osama Saad war unterwegs, aber er wollte uns am folgenden Tag treffen. Kurz danach wurden jedoch unsere Dokumente augestellt und wir beeilten uns zum Checkpoint zu kommen. Unter den Blicken der libanesischen Soldaten passierten wir die Grenze wischen Saida und Ein el Hilweh.

Müde kamen wir im Lager an. Wir besprachen einige organisatorische Aspekte unseres Aufenthalts (welcher Raum als Schlafraum genutzt werden soll, die Verwendung des einzigen Badezimmers,…). Außerdem erklärten wir den neuen TeilnehmerInnen der Brigade einige Grundregeln des Aufenthalts.

Vor dem Abendessen zeigten uns unsere Freunde von Nashet ein Video welcher anlässlich der Präsentation eines Buches, das von einigen jungen Leuten des Lagers geschrieben wurde, palästinischen AktivstInnen im Libanon gezeigt wurde. Der Film war ein zweimonatiges politisch-kulturelles Projekt von Nashet. Wissam, einer der Jugendaktivisten von Nashet erklärkte, dass solche Veranstaltungen wichtig sind, da sie den älteren AktivistInnen der palästinensischen Bewegung neu Perspektiven der Arbeit mit Jugendlichen zeigten und die palästinensische Kultur stärken. Durch den Abschluss des Projekts war es ihnen auch möglich einen neuen Dialog zu Fatah – in Person des palästinensischen Botschafters in Beirut – aufzubauen.

Am 25.7. wurden wir erstmals durch das Lager geführt um die Umgebung kennen zu lernen und Essen zu kaufen: begleitet von dem Journalisten Nawal Assadi gingen wir durch laute, überfüllte Gassen. Nawal Assid lud alle BrigadeteilnehmerInnen zum Mitagessen ein.

Am Abend, nach der Ankunft der ersten Freiwilligen aus Österreich (weitere werden morgen Früh eintreffen) führte und Zafer nochmals durch das Lager: Wir kamen am Spital vorbei, an einigen Moscheen und kulturellen Zentren und gingen bis zum PFLP-Zentrum. Wir wurden zu unserem ersten, informellen politischen Treffen mit dem lokalen PFLP Repräsentanten Abdullah Dannan erwartet. Er dankte uns für die Fortsetzung der SUMUD-Initative, für die politische Unterstützung und die materielle Hilfe. Er informierte uns über die Aktivitäten der PFLP im Lager und nahm auch auf deren Zusammenarbeit mit anderen politischen Gruppen, und zu deren Verhältnis zu Hamas und Hisbollah Bezug. Er betonte, dass trotz der ideologischen Differenzen das Verhältnis zu den islamischen Kräften – insbesondere zur Hisbollah – positiv ist.

Auch wenn unsere Arbeit offiziell noch nicht begonnen hat, begannen wir sofort nach unserer Ankunft, Menschen zu treffen, Ideen zu besprechen und Dokumente zu verfassen, während Enrico versuchte in Saida und Sour die notwendigen Computerteile zu besorgen.

Jetzt warten wir alle – EuropäerInnen und PalästinenserInnen – auf den Dokumenationsleiter Arab Lofti um unsere ofizielle Arbeit zu beginnen.

 

Das ist der zweite Bericht des Freiwilligeneinsatzes in Ein El-Hilweh, Libanon.

Sumud setzt Solidaritätszeichen und beginnt Filmworkshop (27.07.2010)

Nach und nach kamen die Teilnehmer/innen der Delegation von SUMUD 2010 in Beirut und Sidon an, wo sie von den NASHET-Aktivist/innen erwartet und ins palästinensische Flüchtlingslager Ein El-Hilweh begleitet wurden. 17 Teilnehmer/innen aus Österreich, Deutschland und Italien kamen auf unterschiedlichen Wegen in den Libanon um ein konstruktives, kreatives und politisches Zeichen zu setzen. Untergebracht wurde die Delegation in den Räumlichkeiten des Sumud-Zentrum, das 2009 im Rahmen der Sumud-Delegation renoviert und bereit gestellt wurden

Kaum angekommen schritten die Aktivist/innen zur Tat. Die fehlenden Einrichtungsgegenstände für das Multimedia-Center wurden eingekauft. Nach dem ersten Kennenlernen bot Naschet den Gästen eine Erstbesichtigung des Lagers, wo die Delegation durch ihre orangefarbenen T-Shirts auffiel. Teilnehmer/innen, die bereits zum zweiten Mal an der Delegation dabei waren, wurden von den Bewohner/innen des Camps sofort erkannt und herzlich begrüßt. Schon bei der ersten Besichtigung gewannen die Besucher einen Eindruck von der intensiven politischen Geschichte und Gegenwart des Lagers. Überall hingen Bilder palästinensischer Märtyrer, Symbole der palästinensischen Organisationen und Transparente mit politischen Parolen. Man verlässt die libanesische Normalität, hier fängt Palästina an. Zwischendurch hielt sich der Zug für einen Kurzbesuch im Büro der PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas) auf, wo er von deren Sprecher Abu Bassel empfangen wurden. Führte die internationale Delegation in die aktuelle Lage im Libanon ein, die Sumud-Delegation überbrachte ihrerseits die erste Solidaritätsbotschaft. Durch die engen, verwinkelten Gassen führte der Weg zum Sumud-Zentrum zurück, wo nach dem Essen bereits der erste kreative Gedankenaustausch über die unterschiedlichen Ideen für das Filmprojekt stattfand. Gegen Mitternacht traf eine weitere Delegationsteilnehmerin, eine Landesabgeordnete der Linskpartei aus Nordrhein-Westfalen, ein. Nach einem ereignisreichen ersten Tag verteilten sich die Teilnehmer/innen im Lager um sich für den nächsten Tag auszuruhen.

Am nächsten Morgen gleich nach dem Frühstück fand ein Besuch bei Monir Maqudah statt, einer führenden Persönlichkeit der Fatah. Maqudah war einst der Anführer der Fatah im Lager, bis er sich nach dem Oslo-Abkommen von der Fatah distanzierte. Maqdah hatte versucht, eine neue Organisation zu gründen, die Arafat und dessen Linie die Stirn bieten könne. Der Versuch scheiterte am Mangel an Ressourcen, woraufhin er sich über die Jahre wieder an die Fatah annäherte und sich heute als Repräsentant der Fatah versteht, der die Organisation von innen heraus verändern will. Für den Rest des Tages gönnte sich die Delegation einen freien Tag am Strand von Tyr. Überraschend dabei war die Beobachtung, dass in der mehrheitlich schiitischen Stadt mehr Toleranz bezüglich Kleidervorschriften und Verhaltensregeln herrscht als in der benachbarten schiitischen Stadt Sidon. Jene erkundete die Delegation noch später am Abend um den Tag am "Corniche" abklingen zu lassen, da am kommenden Tag erst die eigentliche Arbeit beginnen sollte. In der Nacht zum Montag vervollständigte sich die Delegation mit der Ankunft der Grazer Teilnehmer/innen.

Am Montagvormittag folgten weitere politische Treffen. Die Delegation wurde vom offiziellen Fatah-Führer eingeladen. Leutnant Mahmoud Isa, genannt Lino, führt sowohl die Fatah als auch die Truppen der PLO im Lager an. Diese stellen die Polizei des Lagers dar und sind somit für die zivile Sicherheit zuständig. Er erklärte den Delegationsteilnehmer/innen die anstehende Arbeit und Aufgaben der PLO im Lager und betonte ihre Rolle im Kampf gegen die salafitischen Gruppen im Lager. Außerdem schilderte er seinen umfassenden Verantwortungsbereich angefangen von der Verkehrskontrolle bis hin zur Regelung des Marktes. Ebenso wie ein Vorgesetzter in Ramallah erhofft sich Lino mehr politische Anerkennung und europäische Förderungsgelder als Gegenleistung für die Kooperation in Sachen Sicherheit. Sein umfassendes Sicherheitskonzept sieht eine eiserne Faust gegen radikal-islamische Gruppe vor, jedoch eine Sicherheitskooperation mit anderen anwesenden Organisationen, fernab politischer Differenzen. In seiner Darstellung ähnelt das Lager in vielerlei Hinsicht der Situation in den besetzten Gebieten im Westjordanland.

Am Nachmittag fand im Sumud-Zentrum eine Diskussion über die historische Entwicklung der politischen Gruppen statt. Das Eintreffen der Regisseurin und Filmemacherin Arab Lotfi bedeutete den offiziellen Beginn des Filmworkshops. Die in den ersten Tagen entstandenen Konzepte für den Dokumentarfilm wurden zusammengefasst und neu diskutiert. Arab Lotfi kommentierte und erweiterte sie mit ihren Vorschlägen.

Am Abend besuchte die Delegation das Maaruf-Saad-Kulturzentrum in Sidon. In nach dem ermordeten nasseristischen Anführer benannten Gebäude fand eine politische Ausstellung statt. Sie bestand vor allem aus Zeitungsarchivmaterial über die nasseristische Bewegung in Sidon und ihre Rolle im Kampf gegen die faschistischen "Lebanese Forces" und die israelische Aggression. Die "Lebanese Forces" waren für viele Autobomben-Anschläge gegen politische Gegner verantwortlich, was die Ausstellung anschaulich darstellte. Bedeutsam wird die Ausstellung zur Zeit vor allem deshalb, weil gerade die "Lebanese Forces" die Hisbollah für die Ermordung des früheren Premierministers Hariris im Jahr 2005 verantwortlich machen.

Später am Abend wurde der kommende Tag geplant und die Arbeitsgruppen für den Filmworkshop eingeteilt: Solidarität wird kreativ...

 

Das ist der dritte Bericht aus dem Ein el-Hilweh Lager erhalten von der Arbeitsbrigade.

Filmworkshop dokumentiert den Lebensalltag im Flüchtlingslager (05.08.2010)

Es wurden bereits am Sonntag die ersten Ideen für den Dokumentarfilm gesammelt: Jugendliche des Lagers spielen die Hauptfiguren des Films und zeigen ihren Alltag, ihre Schwierigkeiten, und wie sie mit diesen zurechtkommen.

Die Ankunft der libanesischen Filmemacherin Arab Lofti, die den Workshop leitet, war der eigentliche Startschuss des Workshops. Am ersten Drehtag wurden Aufnahmen innerhalb des Camps sowie den das Lager umgebenden Zäunen und Hügeln gedreht. Unter anderem wurden Interviews in einem Restaurant und einer Apotheke geführt sowie ein älteres Paar interviewt. Dieses Paar erzählte davon, dass durch einen bürokratischen Fehler ihre Tochter als Sohn eingetragen wurde. Dadurch bekommt die Familien keine Sozialbeihilfe. Das Gesetz geht davon aus, dass ein Sohn die Familie ernähren kann, wodurch keine Sozialhilfe gewährleistet wird. Angesichts dessen, dass es Palästinensern in 70 Berufen verboten ist zu arbeiten, ist dies aber prinzipiell meist nur theoretisch zu gewährlisten und ist die Arbeitslosigkeit sehr groß, wodurch die sehr kleine Sozialbeihilfe sehr wichtig wird.

Nachdem „Söhne“ getroffen wurde, die nur auf dem Papier existieren, trafen die DelegationsteilneherInnen auch Familien mit Söhnen, die zwar real, aber nicht auf dem Papier existieren. Viele PLO Aktivisten verließen in den 1970ern Palästina, Jordanien und andere Länder um an der palästinensische Widerstandbewegung, die vom Libanon ausging, teilzunehmen. Nach der israelischen Invasion in den Libanon 1982 und dem Rückzug der PLO aus dem Libanon, hatten sie aus verschiedenen Gründen keine Möglichkeiten mehr in ihre Herkunftsländer zurückzukehren. Die libanesische Regierung weigert sich immer noch diese Personen sowie ihre Kinder zu registrieren. Sie haben keinen Personalausweis und können daher das Camp nicht verlassen. Ihr Leben muss sich auf den Quadratkilometer des Lagers beschränken.

Am darauf folgenden Tag, den 28. Juli, gab es nach weiteren Dreharbeiten ein Treffen mit Vertretern des Islamischen Jihad. Der Islamische JIhad ist die zweite islamische Widerstandbewegung, die vor allem in Gaza verbreitet ist. Abu-Ubaida, der Vertreter der Bewegung im Libanon, stellte das politische Programm der Bewegung vor. Auf einer modernen Islaminterpretation aufbauend sieht der Islamische Jihad den bewaffneten Kampf als Weg zur Befreiung Palästinas. Im Vergleich mit der Hamas ist sein ideologisches und politisches Programm klarer. Sie kritisierten die Wahlbeteiligung der Hamas im Jahr 2005. Aus ihrer Sicht bedeutete sie eine indirekte Anerkennung der durch Oslo etablierten Herrschaft und die Wandlung der Hamas hin zu einer Behörde unter Besatzung. Da aber der islamische Djihad jeden internationalen Konflikt vermeiden will, vermeidet er Konflikte mit der Autonomiebehörde und unterstreicht die Notwendigkeit einer nationalen Einheit, die auf einem Programm des Widerstands basiert.

Am Abend desselben Tages war noch ein prominenter Besuch angesagt, Leila Khaled besuchte das Lager. In den 1960ern wurde sie durch die erste Flugzeugentführung des palästinensischen Widerstandskampfes berühmt. Mit dieser Aktion wurde die Weltöffentlichkeit das erste Mal auf die Lage der PalästinenserInnen aufmerksam. Außerdem war sie die erste Frau, die am bewaffneten Kampf teilnahm. Dies hatte Einfluss auf die Wahrnehmung der Rolle von Frauen in der Widerstandsbewegung. Sie ist eine lebende Legende und Ikone für Palästina.

Sie betonte, dass es viele Formen des Widerstandes gibt, bewaffneten genauso wie unbewaffneten Widerstand, um das Ziel zu erreichen. Auch sei es wichtig weitere Vertreibungen zu verhindern und die Flüchtlingslager als strategische Basen zu halten um dort die Kraft zu vereinen. Außerdem nannte sie die weltweiten Solidaritätsbewegungen und Boykottkampangen gegen Israel als wichtige Unterstützung im Kampf um Freiheit. Dennoch, der einzige Weg eine derart große Militärmacht wie Israel wirklich zu besiegen ist der militärische Kampf.

Ihre Meinung zur islamistischen Bewegung wie der Hamas ist ambivalent. Einerseits will sie alle palästinensischen FreiheitskämpferInnen unterstützen, andererseits sieht sie die Politik der Hamas als kontraproduktiv an, da sie ihrer Meinung nach die Einheit des palästinensischen Volkes entzweit. Nichts desto trotz akzeptiert sie die Hamas Regierung als demokratisch gewählt und als Wille des palästinensischen Volkes.

Ihre Lösung für Palästina ist ein demokratischer Staat in dem JüdInnen und PalästinenserInnen mit gleichen Rechten friedlich leben können. Sie hält ihren Optimismus am Leben und glaubt fest daran, dass sie ihr Ziel erreichen werden und wir uns alle wieder in Haifa treffen, ihrer Geburtsstadt.

 

Das ist der vierte Bericht aus dem Ein el-Hilweh Lager erhalten von der Arbeitsbrigade.

Leila Khaled zu Besuch bei “Sumud” in Ein el Hilweh (04.08.2010)

Leila Khaled (PFLP) besucht die Sumud-Aktivisten im Flüchtlingslager Ein el Hilweh und diskutiert den palästinensischen Befreiungskampf

Die Gruppe hatte einen langen Tag damit verbracht, die Zustände im Camp zu filmen und Interviews zu führen, als am späten Abend folgende Nachricht eintraf: Leila Khaled würde an diesem Abend sicher kommen. Die Teilnehmer/innen der Delegation waren schon aufgeregt, die Person zu treffen, die für sie eine lebende palästinensische Legende war. Leila Khaled hatte zwei Flugzeugentführungen binnen weniger als zwei Jahren (1969 und 1970) durchgeführt und es dadurch geschafft, die Aufmerksamkeit der Welt auf Palästina zu lenken. Sie verschaffte sich damit Status eines Idols als das personifizierte Palästina.

as Sumud-Zentrum wurde gesäubert und genügend Stühle bereitgestellt, da auch Besucher von innerhalb des Lagers erwartet wurden, die ebenfalls gespannt waren, dieser geschichtsträchtigen Person zu begegnen. Dreißig Minuten vor der geplanten Ankunft fiel die Stromversorgung aus. Ironische Kommentare wurden in der Dunkelheit laut… „Das war ja zu erwarten…“, „Lasst uns ein paar Kerzen holen, dann haben wir es wenigstens romantisch“, „Sollen wir zum PFLP-Büro übersiedeln?“….

Interessanter war jedoch die Szene, die sich draußen zwischen Nashet-Aktivisten und zwei älteren PFLP-Wachmännern abspielte, die direkt neben dem Zentrum Wache schoben:

  • Genosse, du hast einen Generator. Kannst du uns etwas Elektrizität leihen?
  • Unser Generator ist zu klein, er reicht gerade mal für den Kühlschrank und zwei Lampen!
  • Bitte Genosse… es ist immerhin Leila Khaled, die zu uns kommt…
  • Selbst wenn es Arafat persönlich wäre, der Generator ist zu schwach!
  • Außerdem war Leila eine Kämpferin. Sie war im Gefängnis und kennt die Dunkelheit!
  • Zweiter Wachmann: Es ist besser so. Soll sie ruhig mit eigenen Augen die schlimmen Zustände der PFLP in diesem Camp sehen!

Diese Diskussion wurde von dem glücklichen Umstand, dass der Strom zurückgekehrt war, unterbrochen, vom Timing her passend zu Leila Khaleds Verspätung. Die Ventilatoren rannten, die Hitze ein wenig erträglicher machend, der Raum war gefüllt mit Nashet-Mitgliedern, internationalen und palästinensischen Aktivist/innen, darunter auch ein politischer Repräsentant der PFLP im Camp, als Leila endlich ankam. Zwischen den Palästinensern war die Begrüßung warm und herzlich, wie das Zusammentreffen alter Genossen. Bei den anderen Teilnehmer/innen herrschte die neugierige Stille, mit der man eine lang erwartete Berühmtheit betrachtet.

Nun waren alle auf ihrem Platz, Leila gegenüber den Gästen auf der improvisierten Bühne, zwischen Vertretern von Nashet und Sumud sitzend. Das Meeting konnte beginnen. Enrico, einer der Sumud-Vertreter, eröffnete die Gesprächsrunde, indem er Leila willkommen hieß und die Sumud-Delegation vorstellte. In seiner Rede hob er den speziellen Charakter von Sumud, der es von anderen NGOs unterscheidet, hervor. Diese würden ihre eigentliche Arbeit von der Politik trennen und sehr oft, durch selektives Finanzieren, die politische Kultur der Partnerorganisation korrumpieren. Er erklärte die Herangehensweise von Sumud mit den Schlüsselbegriffen „Volontärsarbeit und Widerstand“, was Sumud von kirchlichen und institutionalisierten Wohltätigkeitsorganisationen deutlich unterscheide. Für ihn stellen letztere Instrumente zur Unterwanderung von politischen und sozialen Bewegungen auf der ganzen Welt dar, um deren Kultur und Identität zu untergraben. Diese Organisationen seien, um es gleich beim wahren Namen zu nennen, ein anderes Gesicht des Imperialismus. Doch es ist Leila Khaled, über die wir hier berichten möchten….

Nun war sie an der Reihe. Die Kameras und Aufnahmegeräte liefen, müde Aktivist/innen sammelten ihre letzten Energiereserven, um der Rede konzentriert folgen zu können, der Dolmetscher spitzte die Ohren… und da war sie. Da wir auch die Anwesenheit der palästinensischen Aktivist/innen berücksichtigen mussten, deren Englischkenntnisse sehr limitiert waren, hielt Leila ihre Rede auf Arabisch, mit englischer Übersetzung. Nach einigen Begrüßungsworten an die Delegation und Anerkennung für die Wichtigkeit solcher politischer Solidarisierung (sie erwähnte dabei auch, dass es vor 50 Jahren nicht üblich war „weiße Gesichter“ oder fremde Sprachen hier im Camp zu sehen bzw. zu hören), wechselte sie auch schon zum Hauptthema. Es gäbe Leute, die schon seit 62 Jahren im Camp leben und von der Welt lediglich als humanitäre Fälle betrachtet werden. Weiters hielt sie fest, dass die Palästinenser Zeugen eines der größten Verbrechen unserer Zeit seien und es endlich an der Zeit sei, dass sie diese Angelegenheit in ihre eigenen Hände nähmen. Sie erinnerte daran, dass das palästinensische Volk 20 Jahre lang, seit seiner Vertreibung 1948 bis zum Krieg 1967, auf die Umsetzung ihres Rechts auf Rückkehr laut UN-Resolution 194 gewartet hat. Diese Resolution war 1948 eigentlich eine der Vorrausetzungen für die globale Zustimmung zur Gründung des Staates Israel. Statt diese Resolution jedoch in die Tat umzusetzen, wurde 1967 auch noch das verbliebene Palästina okkupiert.

„Die Welt begann erst uns zuzuhören, als wir Taktiken angewendet haben, die als solche selbst zum umstrittenen Thema wurden, sogar mehr noch, als das eigentliche Problem der Palästinenser.“ Sagte Leila Khaled, bevor sie über ihre Aktionen sprach. Kurz darauf wurde die Stille von Gelächter durchbrochen, als Leila den Übersetzer korrigierte, weil dieser das Wort „Kidnapping“ statt „Hijacking“ benutzt für die Übersetzung aus dem Arabischen hatte. Es gibt viele Fotos von Leilas Gesichtsausdruck während dieser Szene.

Ihr Gesicht wurde jedoch sofort wieder ernst, als sie erzählte, warum die Flugzeuge entführt wurden und welchen Einfluss diese Aktionen auf die palästinensische Sache und auf die Beziehung zur globalen Befreiungsbewegung hatten. „Als die Welt in Folge der Flugzeugentführungen fragte ‚Wer sind die Palästinenser?’, waren es nicht diese Aktionen, die der palästinensischen Sache ein Gesicht gaben, sondern die palästinensische Revolution, die Befreiungsbewegung. Das ist der Grund, warum Befreiungskämpfer weltweit sich uns angeschlossen haben.“ Sie wies die Bezichtigung, dass ihre Taten terroristischer Natur seien mit folgenden Worten zurück: „Wer hat den Terror in unser Land gebracht? Es war der Zionismus und der Westen mit ihm. Es war ihr Kolonialprojekt.“ Für sie stehen die Palästinenser an vorderster Front in einer globalen Konfrontation zwischen den Völkern der Welt und dem Imperialismus.

Anschließend nahm sie Stellung zu den Manipulationen der zionistischen Medien, die jede Kritik gegen Israel als Antisemitismus bezeichnen. Sie zitierte israelische Denker und Akademiker, wie z.B. Ilan Pappe, dessen Leben im „gelobten Land“ alles andere als einfach war und der dieses schließlich verlassen musste. Ein weiterer Name, den sie nannte, war Noam Chomsky, der das Land gar nicht erst betreten durfte. „Es waren meine anti-zionistischen Reden in Europa, weshalb sie mir die Einreise verweigert haben, nicht weil ich ein Flugzeug entführt habe“ erzählte Leila Khaled, um zu veranschaulichen, wie verwundbar die zionistische Ideologie gegenüber politischer Kritik ist.

Weiters prangerte sie die wirtschaftlichen und akademischen Beziehungen Europas zu Israel an und unterstrich dabei vor allem die neuen Vereinbarungen zwischen der EU und Israel, für sie ein weiterer Beweis des zionistischen Eindringens in europäische Institutionen. Sie hob die Wichtigkeit einer internationalen Koordination von anti-imperialistischen Bewegungen, vor allem durch moderne Kommunikationstechnologien, hervor. Dabei erinnerte sie an das Treffen des Anti-Imperialisten Camps in Assisi, Italien, wo sich Aktivist/innen aus der ganzen Welt trafen. Die palästinensische Teilnahme am Camp zeuge von der gegenseitigen Solidarität, schließlich wäre einseitige „Liebe“ auch nicht von Dauer. „Wir lieben euch sehr und wir wissen, dass ihr uns liebt. Das ist der Grund, warum wir keine Angst haben und weshalb wir letztendlich gewinnen werden.“

Sie beendete ihre Rede mit einer Einladung an alle Teilnehmer/innen, ihre Heimatstadt, das besetzte Haifa, zu besuchen. Wieder machte sich ein Lächeln auf den Gesichtern der Zuhörer breit, als sie den Glanz in Leilas Augen wahrnahmen, während sie über die Schönheit ihrer Stadt sprach, die sie, wie sie meinte, bisher nur „aus der Luft“ gesehen hätte.

Der Widerstand trägt nicht nur Waffen

Die nachfolgende Publikumsdiskussion konzentrierte sich auf die Natur des Konfliktes in Palästina und auf den Widerstand, 40 Jahre nach seiner Entstehung.

Leila Khaled beschrieb drei verschiedene Formen, die der organisierte palästinensische Widerstand in seiner Geschichte annahm: bewaffneter Kampf, Volksaufstand und bewaffneter Volksaufstand.

Sie definierte Israel als Teil des kolonialistischen und kapitalistischen Systems. Dementsprechend breit ist die Bandbreite an Fragen, an denen sich der Konflikt äußert, angefangen beim Konflikt um das Land selbst, bis zum Konflikt Geschichte, Terminologie und Denken.

Leila Khaled sieht schon die reine Existenz der Palästinenser/innen, sei es in ihrem Land oder außerhalb in den Camps, als eine Form des Widerstandes gegen ihre Auslöschung aus der Geschichte. Sie warnte davor, palästinensischen Camps in den angrenzenden Ländern aufzulösen und deren Bewohner in weit entfernte Länder in Europa oder Südamerika (bereits geschehen mit den im Irak lebenden Palästinensern) zu schicken.

in weiterer wichtiger Bestandteil des Widerstandes sind für sie die weltweiten BDS-Kampagnen zum Boykott Israels. Diese zeigen auch den Apartheidcharakter Israels auf, vergleichbar mit den einstigen Zuständen in Südafrika.

Der Widerstand hat viele Formen, doch nur der bewaffnete Widerstand hat die Macht den Kampf zu entscheiden.

Opposition gegen beide Regierungen

Leila Khaled sieht die PFLP als politische Opposition sowohl gegen die Regierung in Gaza als auch gegen jene in Ramallah, die beide unter der Besatzung gegründet wurden und insofern nicht Ausdruck der palästinensischen Souveränität über das eigene Land sein können. Bezüglich der momentanen Situation prangerte sie die Teilung der palästinensischen politischen Bewegungen in zwei Lager an. Für sie käme das einer neuen „Nakba“ (Vertreibung der Palästinenser 1948) gleich. Sie rief deswegen zur nationalen Einheit basierend auf einem Widerstandsprogramm auf.

Sie wies noch einmal auf die Position der PFLP zum Oslo-Prozess hin, die diesen abgelehnt hatte, insbesondere da während den Verhandlungen die zionistische Besatzung weiter andauerte. Was die islamistische Widerstandsbewegung angeht, sieht sie diese als neu entstandene Bewegung an, mit der die PFLP im Widerstand gegen die Besatzung durchaus kooperieren könnte. Auf der anderen Seite prangert sie jedoch die soziale und politische Teilung der palästinensischen Bevölkerung an, denn diese sei durch religiöse Kräfte hervorgerufen worden.

Leila Khaleds Ansicht nach hat die Hamas “den Widerstand geköpft und die Regierung für sich beansprucht”. Sie kritisierte den Konflikt zwischen den beiden Gruppen um die Vorherrschaft in Gaza, wobei berücksichtigt werden müsse, dass es sich bei diesem Stück Land um ein einziges großes Gefängnis handele. Sie hielt die Welt an, die demokratische Entscheidung der Palästinenser anzuerkennen: „Die Demokratie, an die wir glauben, ist das Recht der Menschen auf Selbstbestimmung und nicht einfach nur, Wahlen nach schwedischen oder amerikanischen Standards abzuhalten. Wir leben unter Besatzung und Gaza war schon vor den Wahlen abgeriegelt, nicht erst danach. Die Blockade hat sich nach den Wahlen nur deshalb verstärkt, weil ihnen die Farbe der gewählten Regierung missfallen hat.“ Sie erinnerte daran, dass die PFLP den Wahlausgang respektiert hatte und im Parlament in Unterstützung für die von Hamas gebildete Regierung gestimmt hat, da sie ein Widerstandsprogramm vertraten. Andererseits sieht sie die Machtübernahme durch die Hamas als horizontalen und vertikalen Bruch in der palästinensischen Bewegung, die den Kampf insgesamt schwächt. Während sie die Bewegung gegen die Belagerung Gazas befürwortete, warnte sie gleichzeitig vor einer Depolitisierung des Kampfes und einer Ablenkung von der Besatzung selbst, denn diese sei die Wurzel des Problems.

„Unser Hauptwiderstand muss der Besatzung gelten“ mahnte Leila Khaled, in Anlehnung an das Dokument der nationalen Versöhnung, unterzeichnet von palästinensischen Gefangenen unterschiedlicher Fraktionen, unter anderem Fatah und Hamas, als Basis für eine Einigung. Sie machte beide Parteien gleichermaßen für die fehlende Umsetzung verantwortlich. Leila Khaled vermied, es eine klare Antwort auf die Frage zu geben, ob die Kollaborateurs-Behörde in Ramallah sich je einem Widerstandsprogramm anschließen würde. Stattdessen berief sie sich auf die „Kreativität der Palästinenser“, die es schließlich möglich machen werde, eine Lösung zu erzielen.

Taktik und Strategie

Für Leila Khaled kann ein Ende der Besatzung des Westjordanlandes und des Gazastreifens nur als politische Forderung, die von der Befreiungsbewegung erhoben wird, und auf der Basis internationaler Resolutionen möglich werden. Ein strategisches Ziel des Widerstandes soll der „demokratische Staat Palästina, in dem alle Menschen in Gleichheit leben und den Flüchtlingen das Recht auf Wiederkehr zuerkannt wird,“ sein.

Sie räumte ein, dass die Aktivitäten des Widerstandes im Westjordanland abgenommen hätten und erklärte dies mit der doppelten Verfolgung durch die israelische Besatzung und die PNA. Allerdings dementierte sie, dass die PFLP den Widerstand aufgegeben hätte: „Wir haben unseren Widerstand nicht gebrochen. Wir schießen immer noch drüben in Gaza. Jedoch nicht im Westjordanland, weil wir dort nicht die Möglichkeiten haben. Abgesehen davon hat eine Revolution im Allgemeinen ihre Höhen und Tiefen, je nach Zielen und Möglichkeiten. Wir haben Dayton und die Israelis. Wenn die palästinensische Regierung uns nicht verhaftet, tun es die Israelis. Wir haben nicht vor, unsere Partei in den Selbstmord zu treiben.“

Leila Khaled, eine Integrationsfigur in der PFLP, ist weithin für ihren Optimismus bekannt und so schloss sie ihre Rede auch sehr positiv mit aufmunternden Worten für die internationalen Gäste sowie die palästinensischen jungen und alten Kämpfer aus dem Camp. „…wir formieren uns immer wieder neu… aus Sicherheitsgründen kann ich jedoch nicht mehr sagen. Unser Generalsekretär, und viele andere unserer Kader sind noch immer im Gefängnis. Denkt Ihr, wir werden diese Leute einfach opfern? Die PFLP war immer noch für eine Überraschung gut.“

 

Das ist der fünfte Bericht aus dem Ein el-Hilweh Lager erhalten von der Arbeitsbrigade.

Beirut und der Südlibanon: Sumud besucht Gedenkstätten der Märtyrer und Stätten des Sieges (03.08.2010)

Teil I: Gedenkstätten der Märtyrer und die Last der Geschichte [Die Sumud-Delegation besucht Sabra und Shatila, das „Palestinian Youth Centre“ der PFLP, den Märtyrerfriedhof des palästinensischen Widerstandes, die Demokratische Volkspartei und trifft den Chefredakteur von al-Akhbar]

Am Morgen des Donnerstag, 29. Juli, machten sich die Sumud-Delegation, die Nashet-Aktivisten und die jungen Teilnehmer am Filmworkshop auf nach Beirut, um dort berühmte Stätten des Widerstandes zu besichtigen und mit palästinensischen und libanesischen politischen Organisationen zusammenzutreffen.

Erste Station war der Markt von Sabra. Sabra ist ein armes Viertel Beiruts, das inzwischen mit dem palästinensischen Flüchtlingslager Shatila zusammengewachsen ist. In Sabra ist die Bevölkerung gemischt: Dort leben Libanes/innen aller Konfessionen, Palästinser/innen und andere arme Ausländer/innen. Sabra und Shatila werden als ein einziger Ort betrachtet, insbesondere seit dem Massaker von 1982.

Auf dem Markt von Sabra kann man alles finden. Je tiefer man die lange Marktstraße hineingeht, umso billiger werden die Dinge und umso illegaler. Die Delegation kam schließlich in Shatila an. Anders als Ein El Hilweh ist das Flüchtlingslager von Shatila frei zugänglich. Es gibt keine Checkpoints und keine Passkontrollen durch die libanesische Armee. Das Lager wurde im Kontext der Beendigung des libanesischen Bürgerkrieges 1991 demilitarisiert. Trotzdem ist der Zustand der Gebäude und der Infrastruktur nicht sehr viel besser als in Ein El Hilweh. Einige Gebäude wurden nach ihrer Zerstörung im Zuge der israelischen Invasion von 1982 nicht wieder aufgebaut. Die palästinensischen Flüchtlinge stehen dort vor den selben Problemen wie überall im Libanon: systematische Diskriminierung und Verweigerung des Rechts auf Arbeit.

Wenn man das Lager betritt, verlässt man auch hier die libanesische Welt und befindet sich stattdessen in Palästina: Fahnen, Transparente, Poster und Logos aller Widerstandsorganisationen füllen das Lager. Die Delegation begab sich zu einem kurzen Besuch ins „Palestinian Youth Centre“ der PFLP-Jugendorganisation, wo ein Treffen mit einem lokalen Vertreter der PFLP stattfand. Er erläuterte die Situation der Flüchtlinge. Auf dem Rückweg besuchte die Delegation das Massengrab, wo Hunderte von Lagerbewohner/innen und Kämpfer/innen begraben liegen, die während der langen Belagerung 1986 im Zuge des Bürgerkriegs getötet worden waren. Die Nashet-Aktivisten erzählten den Besucher/innen die Geschichte der Kämpfe, der Siege und der Massaker, die unvergesslich in den palästinensischen Narrativ eingeschrieben bleibt, auch wenn sich an diesem kleinen Platz schon sehr viel Geschichte zugetragen hat.

Nächste Station war der Märtyrer-Friedhof des palästinensischen Widerstands. Tausende von Märtyrer/innen aller Organisationen, unterschiedlicher ideologischer und religiöser Hintergründe und verschiedener Nationalitäten, die in den aufeinanderfolgenden Kämpfen der palästinensischen Bewegung fielen, sind hier begraben. Der Besucher wird von Tausenden von Namen, Todesdaten, Nationalitäten und natürlich Geschichten darüber, wie jede/r einzelne im Kontext der palästinensischen Bewegung kämpfte und starb, überwältigt. Auf dem Friedhof gibt es auch leere symbolische Gräber für jene Genoss/innen, deren Körper nicht mehr geborgen werden konnten. Dies war z. B. für die beiden Kämpfer der Japanischen Roten Armee der Fall, die in einer spektakulären Aktion auf dem israelischen Ben Gurion-Flughafen starben. Auch prominente palästinensische Führungspersönlichkeiten finden sich hier: Amin Husseini, der Mufti Jerusalems, Intellektuelle und PLO-Führer, die von den Israelis in den 1970er und 1980er Jahren ermordet wurden. Viele der Gräber wurden durch Sabotageakte beschädigt, wobei insbesondere kommunistische Symbole entfernt wurden. Der Besuch endete beim Denkmal für die Opfer der Belagerung und des Massakers im Tal-Elzatar Camp. Das Massaker war 1976 von der libanesischen faschistischen Christen-Miliz verübt worden, die Tausenden der Bewohner/innen tötete und das Lager vollkommen zerstörte.

Die letzte Station der Denkmäler war das Massengrab der Opfer von Sabra und Shatila. Unter einem einfachen Gedenkstein in einem großen, leeren Hof liegen mehr als Tausend Opfer des Massakers begraben. In der Gegenwart des Todes ist der Platz von einer Stille erfüllt, trotz des lauten und lebendigen Marktes draußen, wo die Verkäufer auch die Außenmauern des Friedhofs mit ihren Marktständen belegen. Der Atmen wird schwer, wenn der/die Besucher/in darüber nachdenkt, worauf er/sie tatsächlich steht. Berührend war die Szene, als aufsteigende Tränen den Vertreter von Nashet und den Übersetzer daran hinderten, die Geschichte des Massakers weiter zu erzählen. Allen anwesenden Palästinenser/innen fiel es schwer, die Geschichte bis zu ihrem Ende vorzutragen.

In dieser Stimmung begaben sich die Teilnehmer/innen zur nächsten Station. Der Atem war noch schwer während des Treffens mit der libanesischen Demokratischen Volkspartei. Ali Hashisho erklärte den Besucher/innen die Rolle seiner Partei während des Bürgerkriegs und im Zuge des Widerstandes gegen die israelische Besatzung. Die Partei nahm am Bürgerkrieg aktiv als Teil der Progressiven Front auf Seiten des palästinensischen Widerstands teil. Hashisho stellte fest, dass seine Partei die einzige libanesische Partei ist, die sich nicht ihrer Rolle im Bürgerkrieg schämt und sich nicht davon distanziert oder versucht, ihre Teilnahme zu rechtfertigen. Der Krieg war, so Hashisho, mit einigen Ausnahmen ein nationaler und ein Klassenkrieg, der sich notwendigerweise ergeben hatte und auch zu positiven Auswirkungen führte: der Entstehung des libanesischen Widerstands. Hashisho fasste die Differenzen seiner Partei mit der Libanesischen Kommunistischen Partei auf zwei Ebenen zusammen: ideologisch, da seine Partei die Leninsche Organisationsform betont und politisch, da für seine Partei der antiimperialistische Kampf Priorität hat und auf nationaler Ebene ein Bündnis mit dem islamischen Widerstand (Hezbollah) besteht.

Nach dem Treffen fuhr die Delegation nach Ein El Hilweh zurück, um Vertreter der Hamas zu treffen, die das Sumud-Zentrum am gleichen Abend besuchen sollten.

Während der Großteil der Delegationsteilnehmer/innen nach Ein El Hilweh zurückkehrte, begleitete eine kleine Gruppe die deutsche Landtagsabgeordnete Bärbel Beuermann bei einem Besuch in der Redaktion der Zeitung Al-Akhbar (The News). Die Zeitung war 2006 von linken Autor/innen und Journalist/innen unterschiedlicher Strömungen gegründet worden und gilt heute als zweitgrößte (gemessen an der Auflage), jedoch meistgelesenste (in der Internetausgabe) Tageszeitung. Die Kombination von Nachrichten, politischer Analyse und einer Grundhaltung, die den Widerstand unterstützt, hat es der Zeitung ermöglicht, ein Vakuum in der Zeitungslandschaft der Region zu füllen. Heute zählt sie zu den populärsten Zeitungen in der Arabischen Welt.

Die kleine Gruppe wurde von Chefredakteur Khaled Saghyeh empfangen, der die Position der Zeitung bezüglich des politischen Lebens im Libanon und der regionalen Entwicklungen erklärte. Es entwickelte sich eine Diskussion über die Bedingungen von Journalismus im heutigen Libanon und wie es möglich war, dass sich eine unabhängige linke Zeitung von guter Qualität entwickelte, trotz des allgemeinen Niedergangs der Print-Medien. Das Interview mit Khaled Saghyeh wird separat veröffentlicht.

Zum Ausklang des langen und eindrucksvollen Tages in Beirut gab es ein kleines Willkommensfest für einen weiteren Teilnehmer, der im Lager angekommen war: Drago, einer der Koordinatoren der Sumud-Delegation 2009. Für den kommenden Tag war ein Besuch im Südlibanon geplant, wo die Gruppe sich ein Bild vom Sieg des Widerstandes gegen die israelische Invasion machen sollte.

 

Teil II: Südlibanon – In den Fußstapfen des palästinensischen und libanesischen Widerstandes [Die eher traurigen Besuche der Märtyrermahle in Beirut waren deshalb notwendig um zu verstehen, welchen historischen Prozess der palästinensische und libanesische Widerstand durchlaufen hat, bis im Jahr 2000 der Sieg errungen wurde und Israel bedingungslos aus dem Südlibanon abzog]

Die Märtyrer und der Sieg sind eigentlich zwei Seiten derselben Medaille. Die eher traurigen Besuche der Märtyrermahle in Beirut waren deshalb notwendig um zu verstehen, welchen historischen Prozess der palästinensische und libanesische Widerstand durchlaufen hat, bis im Jahr 2000 der Sieg errungen wurde und Israel bedingungslos aus dem Südlibanon abzog. Der Krieg 2006 war ein zweiter Sieg des Widerstandes, dem es gelang, die israelische Armee zu demütigen und ihre heftigen Angriffe zu überstehen.

In diesem Geist reiste die Delegation am Freitagmorgen, dem 30. Juli, in den Süden. Der erste Zwischenhalt war das Dorf Maghdusheh, auf den Hügeln oberhalb des Lagers gelegen. 1986 erlebte das Dorf eine entscheidende Schlacht für den palästinensischen Widerstand gegen die pro-syrische Amal-Milz. Der palästinensische Gegenangriff beendete eine monatelange Hungerblockade der Amal und zwang sie zu einem Waffenstillstand und freiem Zugang zu dem Lager.

Nach diesem Kurzaufenthalt besuchte die Gruppe Mlita. Die ersten Aktionen der Hisbollah-Guerilla fanden hier während der Kämpfe zur Befreiung des Südlibanon statt. Eine Kriegsausstellung in einer ehemaligen Hisbollah-Basis zeigt zerstörte und aufgegebene Panzer, Kanonen, bewaffnete Fahrzeuge und Waffen der israelischen Armee und der SLA-Kollaborateure. Ebenfalls werden Waffen des Widerstandes, Tunnelsysteme in den Bergen, lebensgroße Figuren von Guerilleros im Kampf… etc… Die Ausstellung ist ein sehr beliebtes Ziel von Schulausflügen. Die Führer erklären die Waffen und wie sie genutzt wurden. Eine wichtige Errungenschaft des Widerstandes besteht darin, dass die neue Generation die Besiegbarkeit der israelischen Armee verstanden hat. Es ist der Widerstand gewesen, der die Mauern der Furcht durchbrach und das Selbstbewusstsein des Volkes wiederherstellte.

Danach ging es für die Delegation weiter nach Süden. Hier konnte man die Kreuzfahrerburg „Le Beaufort“ oder, auf Arabisch, „Shqeif“, besuchen. Auf einer beeindruckenden Position in den Bergen errichtet, erlaubt die Burg einen guten Ausblick ins besetzte Palästina. Deshalb war es in den 70ern eine der wichtigsten Basen des palästinensischen Widerstandes. Die israelischen Versuche, die Burg zu stürmen, blieben erfolglos bis zur vollständigen Invasion in den Libanon 1982. Die heroische Verteidigung der Burg durch eine Gruppe palästinensischer Kämpfer, die über Wochen die Burg hielten und hohe Opfer unter den israelischen Angreifern hervorriefen, ist ein wichtiger Teil der palästinensischen Geschichte. Heute ist das Gebäude leer und verlassen. Obwohl 40% der Burg während der Kämpfe zerstört wurden, bleibt das Gebäude beeindruckend. Die Hisbollah-Fahne auf dem verbliebenen Turm ist eine knappe Erklärung über das Endergebnis.

In Nabatiyyeh wurde Mittag gegessen. Das schiitische Dorf hat den Widerstand, palästinensisch wie libanesisch, stets unterstützt. Die Gruppe besuchte das leere Feld, wo bis 1974 das palästinensische Nabatiyyeh Flüchtlingslager zu finden war. Das Lager, welches das Einzige mit Blick auf Palästina gewesen ist, wurde durch intensive israelische Luftangriffe – bei denen sogar Napalm benutzt wurde – völlig zerstört. Über 800 palästinensische Zivilisten wurden getötet, als eine Bombe ihren Unterschlupf zerstörte. Die Überlebenden machten eine zweite Nakba, waren sie doch gezwungen, nördlich in andere Flüchtlingslager zu ziehen.

Der Ausflug endete einige Kilometer vor der nördlichen Grenze von Palästina. Nach einem kurzen Stopp beim Checkpoint der libanesischen Armee neben dem Wazan-Fluss konnte die Delegation zur Grenze gelangen. Für die palästinensischen Jugendlichen, welche die Delegation begleiteten, war dies mehr als ein Ausflug. Ihr besetztes Land vor ihren Augen, mit den israelischen Siedlungen darauf, war es schwer, sie daran zu hindern auf eine vorbei fahrende israelische Patrouille mit Steinen zu werfen. Der Spaziergang am Grenzzaun entlang provozierte sowohl die libanesische Armee als auch Unifil-Truppen, welche die Delegation nicht aus den Augen ließen. Die Grenze ist ein beliebtes Ausflugsziel für alle Libanesen. Das geplante Treffen mit einem Hisbollah-Repräsentanten an der Grenze war nicht möglich. Diesmal waren die Hisbollah-Fahnen größtenteils mit der Fahne von dem Staat Qatar ersetzt worden: Der Prinz von Qatar wurde in dem Dorf auf einen Besuch am nächsten Tag erwartet. Qatar finanzierte den Wideraufbau und die Renovationsarbeiten nach der massiven Zerstörung durch die israelischen Angriffe 2006.

Ein weiterer Stopp wurde in Bint Jbeil eingelegt, welches durch die Besatzung und den Krieg von 2006 Bekanntheit erlangte. Schuld war ein mechanischer Defekt an dem Bus, dessen Motor durch die Bergroute ausgesetzt hatte. Bint Jbeil war 2006 vollständig zerstört worden, ist aber fast vollständig wieder aufgebaut. Das einzige, das an den Krieg erinnert sind die Poster und Mahnmahle für die Märtyrer des Dorfes, sowie die typische weiße Farbe der jüngst wiedererbauten Häuser.

Nach der Reperatur des Busses ging es zurück in das nördlich gelegene Ein El Hilweh. Die Namen der Dörfer sind allen vertraut, weil sich die heftigen Kämpfe des Krieges von 2006 und der früheren Jahre hier abgespielt haben.

Wieder zurück, sangen die palästinensischen und italienischen Teilnehmer arabische Widerstands- und italienische antifaschistische Partisanenlieder. Den Märtyrern, Opfern und Siegen gedenkend, kehrte die Gruppe zurück in das Lager, in dem an dem SUMUD Dokumentarfilm weiter gearbeitet werden soll.

 

Das ist der sechste Bericht aus dem Ein el-Hilweh Lager erhalten von der Arbeitsbrigade.

Sumud-Delegation trifft Aktivisten des Widerstandes (06.08.2010)

Die Sumud-Delegation trifft den lokalen Hamas-Führer, setzt die Arbeit am Dokumentationsfilm fort, besucht die Ghassan-Kanafani-Schule und diskutiert mit Genossen im PFLP-Hauptquartier

Donnerstagabend traf ein Teil der Delegierten den Hamas-Führer von Beirut und Saida, Abu Achmad Alfatel. Er erklärte den Teilnehmern die heikle Situation der palästinensischen Menschen in Gaza. Seit der Wahlen 2006 haben sich die politischen Bedingungen zu einer aufstockenden Handelsperre und einer generellen Isolation vom Rest der Welt, verschärft, was die Organisation des alltäglichen Lebens sehr schwierig macht. Es scheint für ihn, als wären die westlichen Regierungen bereit die Wahlen zu akzeptieren, aber nicht das unerwartete Ergebnis - das gibt ein klares Bild der westlichen Wahrnehmung von Demokratie. Während des Krieges in Gaza 2009, wurden 70 % der Region zerstört, dort existiert kaum noch eine Infrastruktur: „Wir leben wie in der Steinzeit“. Aber sie halten an ihrem Widerstand fest, nicht gewillt ihr Hauptziel Palästina von der israelischen Besatzung zu befreien, auf zu geben.

Unabhängig von all den Problemen welche ihnen jeden Tag begegnen, erachtet Abu Achmad Alfatel die politische Situation der Westbank als schlimmer wie in Gaza, weil sie nicht nur die israelische Besatzung ertragen müssen, sondern, laut ihm, auch die Tätigkeit der palästinensischen Behörde. Seiner Meinung nach sind die Fatah amerikanische Marionetten. Seit die Fatah den kontinuierlichen Weg des Widerstandes verlies, ist ein bedeutende Kluft zwischen ihnen. Er betont das sie offen für die ganze Welt, unabhängig von ideologischen Differenzen, sind, solange wie diese ihre Hauptrichtung unterstützen, den Widerstand gegen die israelische Bestatzung. Er beschreibt die Beziehung zu der PFLP als eine gute und kooperative Beziehung, auf derselben Seite gegen wirkend zur palästinensischen Behörde.

Fortschritte beim Dokumentar-Film

Samstag war der Tag, an dem sich die Delegation mit unerwarteten Problemen auseinander setzten musste. Zuerst wurde eine der Teilnehmerinnen krank und wurde ins Krankenhaus im Camp gebracht. Aufgrund dieses Vorfalls hatten wir die unaufgeforderte Möglichkeit, das Gesundheitssystem durch unsere eigenen Erfahrungen kennen zu lernen, zusätzlich zu den Interviews für den Dokumentarfilm. Glücklicherweise erholte sich die Teilnehmerin nachdem sie eine Nacht im Krankenhaus verbrachte. Außerdem konnten zwei der Teilnehmer das Camp für die Hälfte des Tages nicht betreten, auf Grund von einigen unbekannten Problemen am Checkpoint. Es könnte eine Verbindung geben zwischen der Verschärfung der politischen Situation (wegen des Treffens bezüglich dem Mord an Hariri vor 5 Jahren) und der ansteigenden Kontrolle am Checkpoint durch die libanesische Armee. Am Abend war ein Fußballspiel zwischen den Sumud - Delegierung und den Jungs vom Camp, bei dem die palästinensischen Jungs knapp gewannen. Später feierte die Delegierten einen Geburtstag am Strand und gönnte sich ein paar entspannende Momente.

Am Sonntag machte die europäische Delegation den größten Fortschritt für ihren Dokumentarfilm. Sie schafften es die zwei Hauptinterviews mit den wichtigsten Teenagern zu machen, bezüglich ihres Lebens in den Flüchtlingslager und allem was verbunden ist mit dem schwierigen Umfeld. Diese Interviews werden den roten Faden der Dokumentation ausmachen, alle anderen Elemente die gezeigt werden, werden verbunden sein mit den Hauptaussagen, welche sie betont hatten. Nebenbei startete eine andere Gruppe einzelne Momente des Filmes zu sammeln, um eine Art Zusammenfassung der Eindrücke, welche sie im Camp machten, zu bekommen. Neben der Arbeit an dem Film beginnen die Teilnehmer eine Abschlusspräsentation des Teenager-Kurzfilms zu planen, welche eine kleine Party werden soll, wo die Medien und alle politischen Fraktionen des Camps erwartet werden. Eine verantwortliche Gruppe wurde ausgesucht und eine Einladungskarte wurde designed.

Am Nachmittag wurde ein Meeting aller Teilnehmer gehalten, mit der Aufgabe die letzten Wochen zusammen zu fassen. Dieses Treffen war wichtig um ein Feedback zu bekommen und ebenfalls um die Organisation von zwanzig Menschen zu verbessern, welche in einem sich verkleinernden Gebiet zusammen leben. Glücklicherweise konnten existierende Probleme diskutiert und gelöst werden.

Die Ghassan-Kanafani-Stiftung

Am Montag besuchten einige Teilnehmer die Ghassan-Kanafani.Schule. Kanafani war ein legendärer palästinensische Autor und Dichter, welcher bei einer Mossad-Autobombe ermordet wurde. Nach seinem Tod führte seine Frau Anna Kanafani seine kulturelle Arbeit indem sie eine Stiftung gründete. Die Schule, welche die Teilnehmer besuchten ist Teil dieser Stiftung. Es umfasst einen Kindergarten, eine Grundschule und eine Schule für behinderte Kinder, libanesische wie palästinische. Die Konditionen der Schule sind sehr gut, sie haben ein sehr hohes Nivea der Ausstattung und die Lehrer geben sich viel Mühe, die Kinder durch künstlerische und kulturelle Projekte zu unterstützen. Für die Delegation war diese Schule ein interessantes Projekt, weil der Geist des palästinensischen Widerstandautors, welcher selbst ein Lehrer war und immer die Wichtigkeit der Verbesserung der palästinensischen Situation für die nächste Generation hervorhob, in dieser Schule weiterlebt.

Derweil wird der Teenager Filmworkshop unter der Leitung von Arab Lofti fortgesetzt. Nach einigen Tagen stichprobenartigen Experimenten mit der Kamera scheint es, als ob die Teenager nun herauskommen mit ihren eigen präzisen Ideen, was sie mit der Kamera ausdrücken wollen. Auch die Arbeit an dem Dokumentarfilm der europäischen Delegation hat sich verbessert und kommt schließlich zum Ende. Der große Fortschritt des Dokumentarfilms geschah vor allem dank eines sehr aktiven Teilnehmers, welcher als Kameramann gearbeitet hat und zum Glück sein Wissen mit dem Rest der Delegation teilen konnte.

Treffen im PFLP-Hauptsitz

Am Abend war die Delegation zu einem Treffen im PFLP-Hauptsitz eingeladen. Aus dem Treffen entwickelte sich eine sehr interessante, interaktive und lebhafte Diskussion. Das erste Thema das besprochen wurde, war das Konzept welches der PFLP-Führer Abu Bassel über einen säkularen, demokratischen Staat, verkündete, indem alle Einwohner ihre Religion individuell leben können. Einer der Teilnehmer argumentierte, dass der Teil „säkular“ automatisch die islamische Bewegung ausgrenzt, eine Bewegung, welche laut dieses Teilnehmer zu bedeutend ist, um sie zu ignorieren. Genau wie Leila Khaled, betonte der PFLP-Führer, dass bis ein palästinensischer Staat vollendet worden ist, sie mit jeder Widerstandsbewegung zusammen arbeiten werden und sobald sie ihr Hauptziel eines palästinensischen Staates erreicht haben, die Leute selber entscheiden müssen, welche Art von Staat das sein soll. Trotz dem Glauben an eine eigene Idee einer zukünftigen palästinensischen Lösung, entgegnet er wie Khaled, dass eine islamische Bewegung fast genauso gefährlich ist wie die zionistische Bewegung.

Die Aussagen waren interessant für die Delegation, da sie auch die Fragen mit islamischen Fraktionen wie die Hamas oder die islamische Jihad diskutierten. Diese Bewegungen, welche im Gegensatz eine weniger abgegrenzte Idee des Widerstandes zu haben schienen, stimmten, trotz ideologischer Differenzen, prinzipiell mit den Zielen der Linken überein. Auch wenn die islamische Bewegung bereits eine stake Basis von Unterstützung hat, scheinen sie mehr gewillt zu sein, die palästinische Widerstandsbewegung zu vereinen. Nach diesem, wies einer der europäischen Teilnehmer darauf hin, dass er eine große Gefahr in der Verbindung der Nakba (die Vertreibung der Palästinenser aus ihrem Heimatland wie die Unterdrückung durch Israel) und der generellen Situation der Palästinenser mit dem Holocaust, in seiner Heimat sieht, weil, laut seiner Meinung, ein unangemessener Vergleich von diesen unterschiedlichen Angelegenheiten nur die Position der Palästinenser in der Welt schwächt und die westliche Islamophobie unterstützt. Abu Bassel stimmte den meisten seiner Aussagen zu, ergänzte aber die Problematik, dass die meisten Palästinenser den Holocaust nicht mit ihrer eigenen Nakba vergleichen, seit der Holocaust immer von Israel und der westlichen Welt als Legitimation der palästinensischen Unterdrückung genutzt wird.

Die dritte Aussage, welche diskutiert wurde, waren die unterschiedlichen Auffassungen von Kampf, sei es Ziviler oder Bewaffneter. Während einer der Teilnehmer argumentierte, dass es ein Ende von dem bösartigem Kreislauf des Kampfes geben muss, widersprachen andere Teilnehmer, indem sie sagten, wenn du mit einem unermesslich verheerenden Feind, wie Israel konfrontiert bist kannst du nur mit einem bewaffnetem Kampf erfolgreich sein, um eigentlich einige Staaten irgendwann zum Frieden zu bewegen.

 

Das ist der siebte Bericht aus dem Ein el-Hilweh Lager erhalten von der Arbeitsbrigade.

Kriegsdrohungen und Schlussfolgerungen eines gelungenen Projekts (08.08.2010)

Letzer Report der Sumud Delegation - Unter Kriegsdrohungen wird das Projekt Sumud mit der Vorführung eines gemeinsam mit der Jugend des Lagers produzierten Films beendet. Ein Treffen mit dem Abgeordneten der Hisbollah Ali Fayyad findet statt.

Dienstag, 3. August: Kommt ein neuer Krieg?

Am Dienstag erfuhren wir von der Eskalation an der südlichen Grenze des Libanon. Israel hatte entschieden einen Baum auf libanesischem Territorium zu fällen, da dieser das Filmen des libanesischen Territoriums erschwerte, welches sie observierten. Die libanesische Armee gab dazu keine Erlaubnis. Als der Baum gefällt wurde kam es zu Schüssen. Die ersten Schüsse gingen in die Luft, die folgenden wurden gezielt abgefeuert. Es gab drei Tote auf libanesischer Seite (zwei Soldaten und ein Journalist), einen Toten auf israelischer, viele Verletzte auf beiden Seiten und die Gefahr eines erneuten Krieges.

Im Lager sprachen wir über die Problematik mit palästinensischen Flüchtlingen. Die meisten rechnen mit einem neuen Krieg und bereiten sich auf die Notsituation vor. Sie erwarten einen erneuten Kriegsausbruch nicht unmittelbar – nicht wegen dem Zwischenfall mit dem Baum – aber auf längere Sicht rechneten sie damit, dass ein Krieg nicht abzuwenden ist. Eine solche Eskalation erschien ihnen jedoch auch als Erlösung aus der abwartenden Situation, die ihre momentane Situation unter Umständen sogar verbesser könnte, indem sie den Kampf um bessere Bedingungen wieder aufgreifen könnten. Für die DelegationsteilnehmerInnen war die Eskalation ein Schock, da wir nur einige Tage zuvor genau diese Grenze passiert hatten. Es war schwer für uns zu begreifen, wie sich die Situation so schnell verändern konnte.

Wir waren ebenso gespannt wie die palästinensischen Flüchtlinge und die LibanesInnen, die Stellungnahme von Nasrallah, dem Generalsekretär der Hisbollah, zur erneuten Eskalation der Situation des Landes zu hören. In seiner Rede bezog sich dieser auf drei zentrale Themen: die momentane Eskalation an der Grenze, das internationale Tribunal zur Ermordung von Rafiq Hariri (dem früheren Premierminister des Libanon) und die Spitzelaffäre. Er unterstrich, dass der Libanon bereit sei, einen erwarteten Angriff der israelischen Armee abzuwehren, Genaueres könnte aber nur die libanesische Armee festlegen.

Das alltägliche Leben im Lager ging trotz der Eskalation weiter und so setzten auch wir unsere Arbeit fort. Letzte Aufnahme für die Dokumentation wurden gemacht: So konnten wir z.B. konnten die Familie eines der HauptdarstellerInnen besuchen und deren Alltagsleben filmen. Da wir nur begrenzte Möglichkeiten hatten mit dem Computer zu arbeiten wurde lange darüber diskutiert, wer den Film editieren und schneiden sollte. Diese Frage konnte zu aller Zufriedenheit geklärt werden.

Am Abend besuchte die Delegation die Altstadt von Saida. Wir sahen die alte Moschee, in deren Nähe wir auch einem großen Platz zu Abend aßen. Es war ein erholsamer Abend nach den Anspannungen dieses Tages.

Mittwoch 4. August: Letzte Arbeiten

Am Morgen trafen sich einige DelegationsteilnehmerInnen mit Marwan Abdel-Aal aus dem Flüchtlingslager Nahr el Bared im Norden des Libanon. Eigentlich wollten wir das Lager als Delegation besuchen, aber der Besuch wurde uns nicht genehmigt.

Nach dem Treffen finalisierten wir den Filmschnitt und versahen diesen mit englischen Untertiteln. Der Film war für die Abschlusspräsentation am kommenden Tag fertig, die wir vorbereitenden.

Am Abend spielten wir gegen palästinensische Jugendliche ein abschließendes Fußballmatch. Die Sumud-Nashet-Delegation gewann mit 2:1. Leider musste eine der DelegationsteilnehmerInnen nach einem Hundebiss ins Spital. So hatten wir die Möglichkeit die medizinische Versorgung im Lager kennenzulernen. Glücklicher Weise ist diese, im Vergleich zur Gesamtsituation des Lager relativ gut. Die Delegationsteilnehmerin hatte keine weiteren Beschwerden mit ihrem verletzten Bein.

Donnertag, 5. August: Der große Tag der Filmvorführung

Der Donnertag begann mit einem langen Abschlusstreffen, bei welchem wir unsere Arbeit rückblickend besprachen. Wir reflektierten unsere Erwartungen von der Lage im Lager mit der vorgefundenen Realität. Wir sprachen über die politischen Treffen, das Filmprojekt, die gemeinsame Arbeit in der Delegation, die Organisation von Sumud-Nashet und überlegten wie unsere Arbeit in Zukunft weiter verbessert werden könnte. Im Großen und Ganzen waren alle DelegationsteilnehmerInnen mit der Arbeit zufrieden und fanden, dass sie von den Erfahrungen profitieren konnten. Die DelegationsteilnehmerInnen unterstrichen, welche Freude es war, die Möglichkeit zu haben mit den Leuten des Flüchtlingslagers in Kontakt zu treten, unterschiedliche politische Gruppen kennenzulernen und mit diesen zu diskutieren um so ein Bild von der Lage palästinensischer Flüchtlinge und von der politischen Situation im Libanon zu erhalten, welches durch die westlichen Medien nicht vermittelt wird. Auch die Ausflüge wurden positiv beurteilt.

Kritisiert wurde die Durchführung des Filmprojekts. Einige TeilnehmerInnen hätten sich genauere Leitlinien und Vorgaben für das Projekt gewünscht. Trotz alledem waren die TeilnehmerInnen des Filmprojekts stolz, dass das Projekt von ihnen selbst zu Ende geführt werden konnte.

Kritisiert wurde auch, dass die Tage wenig strukturiert waren. Diese Flexibilität war jedoch notwendig, da wir unsere Zeit nach den Delegierten der Politischen Gruppen, und den RepräsentantInnen organisierten musst, welchen wir Priorität einräumten.

Der soziale Zusammenhalt der Delegationen wurde durchwegs positiv beurteilt Die DelegationsteilnehmerInnen genossen die Zeit, die sie miteinander verbringen konnten. Das ist jedenfalls hervorzuheben, zieht mit in Betracht, dass wir zu zwanzigst auf sehr engem Raum lebten und uns nur ein Badezimmer teilten.

Auch wir denken, dass das Projekt sehr erfolgreich war. Wir hatten nicht nur die Möglichkeit die Situation im Flüchtlingslager zu erfassen, mit den BewohnerInnen Kontakte zu knüpfen und ihre Probleme kennenzulernen, wir konnten zudem viele verschiedene politische RepräsentatInnen der Widerstandsbewegung und politische RepräsentatInnen des Libanon treffen. Indem wir unsere eigene Dokumentation produzierten können wir unsere Eindrücke in Europa weitervermittel. Damit hoffen wir die Solidaritätsbewegung in Europa zu stärken.

Nach der Feedback-Diskussion interviewten wir den Filmemacher und Workshopdirektor Arab Lotfi, dessen Reflektionen zum Film-Workshop Teil der Dokumentation werden.

Bei der Vorführung stellten wird die Arbeit von Sumud im Flüchtlingslager vor und zweigten den kurzen Film der Teenager. Der Fokus der Präsentation lag auf dem Film der Teenager, da wir überzeugt waren, dass dieser für die Leute im Lager der interessantere Teil war, während unser Dokumentationsfilm eher für die Solidaritätsarbeit in Europa geeignet sein sollte.

Unter den ZuschauerInnen waren Freunde und Familienmitglieder der Jugendlichen, die an dem Film mitgewirkt hatten, politische Repräsentationen, Mitglieder unterschiedlicher NGO’s und andere, die an dem Projekt Interesse fanden. Nach einer kurzen Vorstellung der Sumud und Nashet-Mitglieder präsentierte Arab Lotfi die Ziele des Filmprojekts- Nachdem die Jugendlichen ihre Filme vorgestellt hatten wurde der Film gezeigt. Die Kurzfilme wurden von den ZuschauerInnen sehr positiv aufgenommen, da sie lustig und interessant waren und ein berührendes Bild der AutorInnen zeigten. Diese fokussierten nicht nur auf die Situation im Flüchtlingslager, sondern nahmen auch auf alltägliche Probleme eines Teenagerlebens bezug. Für die mitwirkenden Jugendlichen war es ein wichtiger Abend. Sie waren Stolz ihre eigenen Filme produziert zu haben. Für die Sumud Delegation war die Präsentation ein großer Erfolg und ein passender Abschluss der Delegation.

Am Abend verließen die italienischen DelegationsteilnehmerInnen das Lager. Es war ein berührender Moment nach den zwei Wochen, die wir so eng zusammengearbeitet hatten uns zu verabschieden.

Freitag 6. Augut. Das letzte politische Treffen

Der Rest der DelegationsteilnehmerInnen verbrachte den letzten Tag im Lager bei politischen Treffen. Zuerst trafen wird die demokratische Volkspartei, eine marxistisch-leninistische Partei, die sich von der PFLP abgespalten hat.

Die demokratische Volkspartei meint, dass sie die Unterstützung der Bevölkerung im Gegensatz zu anderen Gruppen nicht verloren haben und es auch zu keiner internen Spaltung nach dem Kollaps der Sowjetunion kam. Außerhalb des Libanon haben sie keine Unterstützung. Im Libanon sehen sie Hisbollah als ihren wichtigsten Bündnispartner. Den Libanonkrieg von 2006 beurteilen sie als einen amerikanischen Krieg, der durch Israel geführt wurde aber hauptsächlich amerikanischen Interessen diente und ihren Einfluss in der Region stärken sollte. Danach trafen wir Ousama Saad von der Libanesische-Nassaristischen Volkspartei. Sie kämpfen für die Rechte der PalästinenserInnen im Libanon und wollen für diese das Bildungs- und Gesundheitssystem verbessern. Sie vertreten das Rückkehrrecht der PalästinenserInnen. Sie unterstützen die Widerstandsbewegung unabhängig von religiösen und ideologischen Differenzen. Die Hisbollah betrachten sie in diesen Zusammenhang als eine wichtige politische Bewegung. Der Widerstand ist laut Saad ein Schutz vor einem Bürgerkrieg im Libanon, da sie den Fokus auf den wahren Konflikt gegenüber Israel lenkt. Sie positionieren sich gegen die Interventionen und Interessen der USA im Mittleren Osten und deren Versuche arabische Länder durch das schüren von Konflikten unter Kontrolle zu bringen um Israel zum mächtigen Land der Region zu machen. Die USA instrumentalisieren in diesem Sinn Israel um ihre Ziele zu erreichen.

Nach dem Treffen fuhren wir nach Beirut und trafen Ali Fayyad, Mitglied der Parlamentsfraktion der Hisbollah. Fayyad war der frühere Pressesprecher der Hisbollah. Er erklärt, dass sich Hisbollah als Freiheitskämpfer und als wichtigste Widerstandsbewegung gegen die israelische Aggression gegen den Libanon verstehen. Fayyad unterstreicht, dass obwohl Hisbollah eine islamische Bewegung ist, sie ein konsensuales, demokratisches System anstreben und keinen despotischen islamischen Staat wollen.

In Bezug auf die unterschiedlichen Konfessionen im Libanon sieht er die Bewegung als ‘Kontrolle zur Ausbreitung der islamischen Kräfte‘. Die Hisbollah vertritt das Recht aller im Libanon lebenden Bevölkerungsteile auf politische Repräsentation. Die religiöse Ideologie ist nicht Basis von Allianzen, sondern das gemeinsame Ziel: Zurzeit gibt es laut Fayyad marxistische Gruppen, die der Hisbollah nahe stehen und stärker kooperieren als andere. Er erklärte, dass Hisbollah grundsätzlich eine defensive Haltung verfolgt. Sie wollen den Libanon schützen. Sie sollen ihre Aktivitäten nicht über die Libanesischen Grenzen hinaus ausdehnen. Dennoch ist Fayyad überzeugt, dass es erneut zum Krieg kommen wird und er unterstreicht, dass die Hisbollah auf einen solchen vorbereitet sein wird.

Das Treffen mit der Hisbollah war das letzte unserer Delegation. Danach war die Aktivität des Sumud Projekts 2010 offiziell beendet. Es war ein schöner Abschluss des Projekts, welches wir hoffentlich bald fortsetzten werden.

 

Fotogallerie Arbeitseinsatz 2010

Im Folgenden einige Bilder von der Mission in Ein el-Hilweh.

Brigade

Our Work Brigade 2010.

 

Workshop 1

Starting the Film-making Workshop.

 

Workshop 3

Learning how to use videocameras.

 

Interview

One of Sumud camera(wo)men recording an interview.

 

Shatila 2

A destroyed building in Shatila.

 

Shatila Memorial 2

The lyst of Martyrs inside Shatila Memorial.

 

Sabra Massacre Memorial 2

Remembering Martyrs in Sabra Massacre Memorial.

 

Martyr Cemetry of Beirut 1

Gateway of the Martyr Cemetry of Beirut.

 

Martyr Cemetry of Beirut 3

Christian and Muslims graves inside the Martyr Cemetry of Beirut.

 

Al-Akhbar

Visiting "Al-Akhbar", the most read newspaper in Lebanon.

 

Abu Ali Shahir

Meeting with Abu Ali Shahir, of Islamic Jihad movement.

 

From Maghdusheh

View of Ein and Saida from the hill of Maghdusheh.

 

Shqeif Castle

Shqeif Castle, heroically defended by Palestinian Resistance during 1982 Lebanon-Israel war.

 

Nabatiyeh

The field where the Nabatiyeh Refugee Camp was, before being razed by Zionist planes.

 

Border 2

Our friends of Nashet showing us their land just after the border.

 

Ghassan-Kanafani School

Our volunteers at the Ghassan-Kanafani School.

 

Ali Fayyad

Meeting with Ali Fayyad, Parliamentarian of Hezbollah.

 

Final presentation

The final presentation for the completion of 2nd Phase of Sumud-Nashet project.

 

Ein el-Hilweh

View of Ein el-Hilweh Camp.

 

Workshop 2

Attending the Film-making Workshop.

 

Film-making unit

One of Sumud film-making unit.

 

Shatila 1

A glimpse inside Shatila.

 

Shatila Memorial 1

Entering inside the Shatila Memorial.

 

Sabra Massacre Memorial 1

Visiting the Sabra Massacre Memorial

 

Barbel Bauermann

Barbel Bauermann (Linke Parlamentarian) in our Brigade.

 

Martyr Cemetry of Beirut 2

Visiting the Martyr Cemetry of Beirut.

 

Martyr Cemetry of Beirut 4

The memorial of Tal ElZatar massacre inside the Martyr Cemetry of Beirut.

 

Democratic Party

Meeting with the Democratic Party in Beirut.

 

Leila Khaled

Meeting with Leyla Khaled, Palestinian hero.

 

Mlita Expo

Visiting Mlita Expo about Hezbollah's Liberation of Lebanon.

 

View from Shqeif Castle

The land of Palestine seen from the Shqeif Castle.

 

Border 1

Our Brigade walking along the border with Palestine.

 

Border 3

Our Palestinian friends on the border with Palestine.

 

PFLP

Meeting at the P.F.L.P. Headquarters in the Camp.

 

Football Match

Football match between the Sumud-Nashet team and a selection of Ein el-Hilweh boys.

 

Greetings

Greetings from the Sumud Brigade 2010.