Die Arbeitsbrigade 2010 ist soeben vom Ein el-Hilweh Lager zurückgekehrt

Am Abend des 22. Juli startete die Italienische Brigade aus Rom.

Am Morgen des 23. kamen sie am Beiruter Flughafen an, wo sie von unseren Freunden vom Verein Nashet herzlich empfangen wurden. Gemeinsam fuhren sie nach Saida und dann in das Ein el-Hilweh Lager. Nächsten Tag sind noch die aus Österreich und Deutschland kommenden Freiwilligen eingetroffen.

Die Delegation wird für den 6. August zurück erwartet.

Blick auf den Bericht und die Photos aus dem Flüchtlingslager Ein el-Hilweh.

Sie können auch einen Blick auf den Bericht und alle gesendeten Nachrichten von unseren Freiwilligen auf dem Sumud Blog werfen und alle Bilder der Brigade auf Sumud PhotoGallery ansehen.

 

Sumud kehrt nach Ein el-Hilweh zurück

Es geht in die zweite Phase!

Im letzten August organisierte Sumud mit rund zwanzig EuropäerInnen eine Brigade, die sich in das palästinensische Flüchtlingslager Ein el-Hilweh im Südlibanon aufmachte. Wir waren Gäste der Nashet Vereinigung, die von jungen Palästinensern und Libanesen getragen wird.

Das Lager ist ein Symbol für das ganze palästinensische Volk, weil es immer an der vordersten Front für den Befreiungskampf stand und eine Bastion des Widerstandes gegen Israel bildet.

Es war kein Urlaub – wir sind eine Arbeitsbrigade gewesen. In drei Wochen haben wir ein kleines heruntergekommenes Gebäude renoviert, welches gleich am Haupteingang des Lagers liegt – einem Lager, das von der libanesischen Armee bewacht wird wie ein Konzentrationslager. Über drei Wochen haben wir zusammen mit unseren Freunden von Nashet das Gebäude instand gesetzt und es mit den notwendigen Anlagen ausgestattet, sodass daraus es ein Mehrzweck-Gemeindezentrum werden kann, ein Platz des Austausches, des Gedenkens und des Engagements, ein Treffpunkt für alle jungen Palästinenser in dem Flüchtlingslager: Junge Menschen ohne einen Pass; Ausgestoßene, deren größter Traum es ist, eines Tages in ihr Heimatland zurückzukehren. Vor der Rückreise gab es ein kleines Fest. Wir feierten in einer Atmosphäre der internationalistischen Brüderlichkeit die Fertigstellung des ersten und eher mühsamen Teiles der Arbeit. Stolz stand in den Gesichtern der Freiwilligen geschrieben. Mit einer kleinen Summe, von Sumud in Europa gesammelt, und Dank der Freiwilligen und der kooperativen Arbeit der gemeinsamen Brigade, haben wir ein wundervolles Ergebnis erreicht.

Nun müssen wir die zweite Phase beginnen: Das Zentrum muss mit den Geräten und Werkzeugen ausgestattet werden, um schließlich seine Arbeit beginnen zu können. Zuerst müssen wir es mit Tischen, Stühlen, einigen Computern, einem Server und einem guten Drucker ausstatten. Wir brauchen auch einige Kameras, um das Leben im Flüchtlingslager gezielt zu dokumentieren. Wir hoffen, dass unser Sozialzentrum auch ein kleines, aber effektives Medienzentrum werden kann, das der palästinensischen Jugend des Lagers eine Möglichkeit gibt, mit der Außenwelt zu kommunizieren, welche das Drama der Flüchtlinge oft missachtet, weil die Stimmen nicht aus dem Lager kommen und nicht gehört werden. Ein Ziel des Jugendzentrums wird darin bestehen, eine Verbindung zu der Welt herzustellen, um die Wahrheit über das Elend von Millionen von palästinensischen Flüchtlingen zu verbreiten und zu erklären, warum sie das unantastbare Recht auf Heimkehr nach Palästina besitzen.

Um mit der zweiten Phase zu beginnen wird eine neue Arbeitsbrigade im Sommer 2010 nach Ein el-Hilweh kommen. Wir müssen diese zweite Brigade bilden, deshalb wenden wir uns an die sensiblen jungen Menschen, die, motiviert von einem aufrichtigen Gefühl der Solidarität mit dem palästinensischen Widerstand, bereit sind, sich den Aktivisten anzuschließen. Doch diese zweite Mission wäre nutzlos, wenn wir nicht bereits vorher in der Lage wären, die notwendigen Spenden zu sammeln um die benötigten Werkzeuge und Zubehör zu beschaffen. Auch müssen wir den nötigen Mindestbetrag schätzen. Wir wollen nicht das schmutzige Geld von Regierungen oder „humanitären” internationalen Agenturen. Wir wollen nicht von Spendern abhängig sein, die uns über Nacht die Finanzierung versagen weil wir anders sind oder weil sie wollen, dass wir wie eine NGO werden.

Unterstützt Sumud um dem palästinensischen Volk im Widerstand zu helfen!

Die Aufgaben der Freiwilligen Arbeitsbrigade von Sumud 2010

22. Juli – 6. August

  1. Renovieren von Secondhand Möbeln / oder Herstellung Neuer (unter Anleitung von örtlichen Handwerkern)
  2. Installierung eines Computernetzwerkes und Instandsetzung eines Multimedia-Raumes
  3. Produktion einer Dokumentation über das Leben in dem Lager Ein el-Hilweh und die Arbeit der Brigade (unter Führung und Anleitung durch einen lokalen Experten)
Sommereinsatzes 2010

1. Video Workshop „Wir wollen leben!“

In den zwei Wochen werden zwei Gruppen von jungen Libanes/innen und Palästinenser/innen die Möglichkeit haben, das Erstellen von einminütigen Filmen über ihren Alltag in und um das Lager herum zu erlernen, wie auch den Gebrauch von Kameras und Produktionssoftware. Die gemischte Natur der Zielgruppe wird helfen, die Gettoisierung des Lagers zu durchbrechen und den Horizont sowohl der Jugend im Lager zu erweitern als auch das Wissen der libanesischen Jugend in der Stadt Sidon über das Leben im wenige Kilometer entfernten Lager zu erweitern.

Gleichzeitig wird es ein Training für die internationalen Teilnehmer/innen von Sumud geben. Ihr Ziel wird es sein, eine Dokumentation über das Sumud-Projekt zu produzieren.

Die Anleiterin ist Arab Lotfi, eine bekannte libanesische Filmregisseurin und politische Aktivistin. Sie hat mehrere politische und kulturelle Videodokumentationen über den Widerstand und das kulturelle Leben in Palästina, im Libanon und anderen arabischen Ländern gedreht. Ihr Film „A Short Visit“ (1999) ist eine Dokumentation über den Lebensalltag in Ein el-Hilweh und das Naji Ali Jugendzentrum.

Die Video Workshops:

  • Der Workshop dauert mindestens eine Woche, die Teilnehmeranzahl sollte nicht über 15 Personen liegen: Bei mehr Teilnehmern wird es zwei Workshops geben. Der Workshop wird im Sumud Zentrum in Ein El-Hilweh und im Zentrum für Kultur und Literatur in Sidon mit Teilnehmern von beiden Zentren statt finden.
  • Für die arabische Jugend wird der Workshop auf Arabisch gehalten, für die internationalen Teilnehmer gibt es eine Arabisch-Englische Übersetzung, während der Workshop für die internationalen Teilnehmer auf Englisch sein wird. In wenigen Tagen werden die Teilnehmer Wege zur Ideenfindung für Kurzfilme finden, wie die Ideen in kurze Sequenzen umgewandelt werden und mit welchen Techniken die Kamera eingesetzt werden kann. Die Kurzvideos werden in der Workshopzeit fertig gestellt werden.
  • Am letzten Tag werden die Ein-Minuten-Filme im Zentrum in Ein El-Hilweh während der Abschlussveranstaltung der Sumud Brigade 2010 gezeigt. Die Dokumentation der internationalen Teilnehmer sollte die Schlusszeremonie enthalten und wird anschließend im Zentrum produziert und gezeigt. Auf Spendensammlungs-Treffen wird der Film auch in Europa zu sehen sein.

2. Ausstattung und Einrichtung des Sumud Zentrums in Ein El-Hilweh

Dieser Teil des Projekts setzt das Sumud-Projekt 2009 fort und hat die Ausstattung des Gebäudes, in dem das kulturelle Zentrum im letzten Jahr von der Brigade eingerichtet wurde, zum Ziel.

Internationale Freiwillige und Nashet-Aktivisten (10-20 Personen, die nicht an dem Filmworkshop teilnehmen) werden die Aufgabe haben, die gekauften oder gesammelten Möbel zu renovieren und in Stand zu setzen. Dabei werden Fachleute vor Ort helfen, das Projekt zu entwickeln und unter technischen Aspekten anzuleiten, um zu klären:

  • welche Möbel sind am Nötigsten, welche werden selbst hergestellt und wo werden sie im Zentrum eingesetzt;
  • welche Aspekte der Handarbeit können von den Freiwilligen während ihres Aufenthalts bewältigt werden, auch unter dem Aspekt, dass sie vermutlich keine Erfahrung haben, und mit besonderer Beachtung der Sicherheit der Arbeiter
  • es wird einen Arbeitsplan in mehreren Phasen geben.

An den Vormittagen während des Aufenthaltes soll gearbeitet werden, einige für Exkursionen reservierte Tage ausgenommen.

Wir wollen auch ein Computernetzwerk einrichten und einen Multimedia-Raum ermöglichen: Eines der Ziele des Jugendzentrums wird die Verbindung mit der Welt sein, um die Wahrheit über das Leid von Millionen palästinensischer Flüchtlinge zu zeigen und zu erklären, was ihnen das unantastbare Recht auf Rückkehr nach Palästina gibt.

Um das Netzwerk einzurichten sollten zusätzlich zu einem guten Arbeitsplatz Computer, von unseren Spenden gekauft, einige ungebrauchte Computer (mindestens drei oder vier) von Personen oder Institutionen gesammelt werden um als Terminal genutzt zu werden.

Alternativ können kaputte Rechner und funktionierende Einzelteile von einigen Freiwilligen mitgebracht und eingesetzt werden. Aufgrund der hohen Transportkosten sollte der Kauf und das Sammeln im Libanon stattfinden.

3. Soziales und politisches Programm

Neben dem Videoworkshop und der Freiwilligenarbeit im Gebäude sind politische Solidaritätsarbeit und soziale Aktivitäten wesentliche Bestandteile die Sumud-Brigade 2010.

Die Teilnehmer werden die libanesische und palästinensische politische Realität vor Ort kennen lernen. Der Besuch symbolischer Orte und Treffen mit prominenten Repräsentanten von politischen Parteien sind vorgesehen.

Geplante Exkursionen:

  • Sabra-Shatila-Lager - Shatila ist das größte palästinensische Flüchtlingslager nahe Beirut und ein wichtiger Ort des palästinensischen Widerstands. Das Lager ist durch die Massaker nach der israelischen Invasion in den Libanon 1982 bekannt geworden, als über 3000 Personen von faschistischen christlichen Milizen und der israelischen Armee ermordet wurden. Das Lager umfasst auch den Friedhof der palästinensischen Märtyrer, der einzige nicht-konfessionelle Friedhof in der arabischen Welt, auf dem politisch aktive muslimische, christliche und jüdische Märtyrer begraben sind.
  • Sidon, Tyrus und Südlibanon - Die zwei größeren Städte im Südlibanon, Sidon und Tyrus, werden besucht. Neben Stadttouren wird eine Exkursion in die südliche Grenzzone organisiert, in der die wichtigsten Kampfplätze des Krieges von 2006 liegen.
  • Flüchtlingslager Nahr El-Bared, das vollständig von der libanesischen Armee zerstört wurde.

Während ihrer Anwesenheit werden die internationalen Freiwilligen folgende Treffen haben:

  • Repräsentanten von politischen Fraktionen im Lager;
  • Repräsentanten von palästinensischen und libanesischen Widerstandsorganisationen und der Zivilgesellschaft im Südlibanon;
  • Lokale libanesische Autoritäten;
  • Repräsentanten der libanesischen Presse während einer Pressekonferenz.

 

Wir brauchen noch ein paar Euros mehr

Der Wideraufbau des Gebäudes, das als politisches und kulturelles Zentrum genutzt werden wird und offen für alle jungen Menschen in dem Lager sein soll, kostet (zusätzlich zu den drei Wochen Arbeit von rund zwanzig Freiwilligen, die ihre Reise, Unterkunft und Verpflegung selbst bezahlen) bis zu 10.000 € – auch die Ausstattung und Möblierung des renovierten Gebäudes ist teuer

Sumud ist keine NGO, es untersteht keiner Regierung oder der Europäischen Union oder der UNO. Das Geld, welches für das Projekt genutzt wird, wird sauber sein, es wird nicht von denselben Institutionen kommen welche der Aggression gegen das palästinensische Volk unterstützen.

Wir haben bereits viel erreicht, doch nur wenn viele Menschen sich beteiligen und wir die notwendige Geldsumme erreichen kann das Zentrum fähig werden zu arbeiten.

Wenn Du Interesse an unserem Projekt der Gebäudesanierung für den fördernden Unterricht hast, kannst Du einen Blick in die Broschüre werfen die das kurz illustriert.

Du kannst Spenden, indem Du auf den Button hier runter klickst, Du kannst Deinen PayPal Account nutzen, Deine Kreditkarte (normal oder Prepaid), oder eine Onlineüberweisung vornehmen.

Wenn Du traditionellere Bezahlungsmöglichkeiten bevorzugst, kannst Du auf unser Konto überweisen.

Aktuelle Kontodaten:
Sumud: volontariato e resistenza
at: Banca Popolare Etica
IBAN: IT19U0501802800000000127032
BIC: CCRTIT2T84A

 

Sumud Zentrum für die Jugend in dem palästinensischen Flüchtlingslager Ain el Hilweh

Aufruf zu einem internationalen Widerstandsprojekt und Freiwilligeneinsätzen in Saida, Libanon

Eine kulturelle Identität, verbunden mit unzerstörbarem Widerstand von Generation zu Generation sind die Schlüssel für das Überleben von Vertriebenen und ihrem Festhalten an dem Ziel der nationalen Befreiung. Das trifft besonders auf die Palästinenser in der Diaspora zu, deren Schicksal entweder Selbstbestimmung oder Vernichtung durch den zionistischen Kolonialismus lautet. Zurückzukehren in das Heimatland oder zu sterben, lautet die Frage.

Wir sind überzeugt, dass die Wahrung der palästinensischen Identität und die Erweiterung ihres reichen Kulturerbes vom Widerstandskampf geprägt sind. Dieser verwurzelt das Recht auf Rückkehr in unseren Köpfen und Herzen und vergrößert so die Chancen auf einen gerechten Frieden.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die täglichen Lebensumstände für die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon sehr hart sind. Das Recht auf Arbeit ist stark eingeschränkt, über 70 verschiedene Berufe sind ihnen verboten. Sogar das Recht auf Eigentum wurde ihnen abgesprochen, und die libanesischen Massenmedien stellen Palästinenser als Terroristen und ihre Lager als Brutstätten für Gewalt dar. Die Redefreiheit ist eingeschränkt, was durch den Mangel an palästinensischen Medienverbänden verstärkt wird. Künstlerische Ausdrucksformen sind so gut wie ausgestorben. In dem Lager Ein el-Hilweh ist die Lage noch dramatischer. Rund ein Drittel der palästinensischen Flüchtlinge im Libanon leben hier – nach dem abgebrochenen Oslo-Vertrag sind die Lager völlig sich selbst überlassen worden, wo die UNO lange noch als letzte Rettung galt.

All dies führt zu weit verbreiteter Resignation und Passivität, besonders bei der desillusionierten Jugend.

Ein Mehrzweck-Zentrum für das Lager

Im Sommer 2009 baute eine europäische Freiwilligenbrigade von Sumud gemeinsam mit der palästinensisch-libanesischen Jugendorganisation Nashet ein Gebäude am Haupteingang des Lagers wieder auf. Der zweite Schritt des gemeinsamen Projektes besteht nun darin, Nashet bei der Belebung des Zentrums zu unterstützen.

Das Ziel ist es, eine Vielzahl an Aktivitäten für die Menschen im Lager zu ermöglichen. Das Zentrum soll ein Ort des Austauschs, Gedenkens und Arbeitens werden. Mit einem Multimedia-Raum kann Kontakt zur Außenwelt hergestellt werden, die oft kaum etwas über das tragische Schicksal der Flüchtlinge weiß. Lehrveranstaltungen, künstlerische Aktivitäten und Treffen der Jugend aus dem Lager können mit der Zeit eingeführt werden und so vielfältige Projekte entstehen lassen.

 

Wir benötigen Freiwillige und Spenden

Wir suchen Leute, die bereit sind ihre Fähigkeiten den Aktivisten oder den Interessierten aus dem Lager zur Verfügung zu stellen. Sumud geht es darum, gemeinsam mit den Betroffenen zu leben (selbst wenn es nur ein sehr kurzer Zeitraum ist), um den Geist des Widerstandes zurück zu tragen. Es auch Bedarf an technischer und organisatorischer, aber auch künstlerischer Arbeit, um das Zentrum einsatzbereit zu machen.

Sumud benötigt dringend Spenden: Vor allem um das reparierte Gebäude mit einer entsprechenden Innenausstattung zu versehen und dann, um das nötige Material für die künstlerischen Aktivitäten bereitzustellen. Unser Ziel ist es, eine Summe um die 10.000 € zusammeln. Sumud wird eine Spendenkampagne starten und alle Unterstützer um ihre Teilnahme bitten.

Unter diesen Umständen ist es verständlich, dass die Teilnehmer die Kosten für die Reise und ihre Verpflegung übernehmen müssen, sowie einen Mitgliedsbeitrag von 30 €.

 

Vorbereitungstreffen und Mission

Alle Freiwilligen müssen an einem Vorbereitungstreffen teilnehmen welches vor der Mission statt finden wird. Weitere Einzelheiten werden in den letzten zwei Monaten vor der Abreise der Delegation geklärt sein.

Die Mission wird im kommenden Sommer stattfinden und zwei Wochen gehen.